Mannheim Rang sechs unter den nachhaltigen Großstädten

Mannheim gehört zu den sechs nachhaltigsten Städten Deutschlands. Dies ist das Ergebnis eines Städte-Rankings Kieler Wirtschafts- und Sozialforscher im Auftrag des Magazins "Wirtschaftswoche" (Düsseldorf). Die Wissenschaftler der Kieler Ludwig-Maximilians-Universität, des alteingesessenen Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW) und der IfW-Tochter Kiel Economics verglichen statistische Daten der 50 größten Städte Deutschlands nach 56 ökologischen, sozialen und ökonomischen Kriterien.

Mannheim liegt damit im Gesamt-Durchschnitt weit vorn, noch vor München, Frankfurt/Main und Kiel (Plätze sieben bis zehn) und unmittelbar Stuttgart, Münster, Freiburg, Karlsruhe und Bielefeld (Plätze eins bis fünf). Schlecht schnitten Mönchengladbach, Hamm, Herne, Krefeld, Oberhausen und Gelsenkirchen (Plätze 45 bis 50) ab, die Nachbarstadt Ludwigshafen erreichte nur Platz 33, Heidelberg kommt in dem Ranking nicht vor.

Zusammengefasst wurde das statistische Material der 56 Kriterien in den Kategorien Umwelt (Platz 36 für Mannheim), Energie/Verkehr (Platz 9), Humankapital (Platz 10), Soziales (Platz 5), Wirtschaftskraft (Platz 10) und Transparenz (Platz 4). Die Sozialforscher betrachteten dabei zum Beispiel die Daten zur Jugendarbeitslosigkeit, die in Mannheim mit 3,5 Prozent deutlich unter dem Durchschnitt (8,8 Prozent) liege. Die Verschuldung der Stadt beträgt dagegen 2953 Euro je Einwohner, weit über dem Durchschnitt der betrachteten 50 Städte (1886 Euro pro Kopf).

Demgegenüber steht allerdings eine überdurchschnittliche Wirtschaftskraft, die von den Kieler Wissenschaftlern mit 50 289 Euro pro Einwohner und Jahr beziffert wird (Durchschnitt der untersuchten Städte: 36 951 Euro jährlich). Nach wie vor problematisch stellt sich in der Kieler Untersuchung die Qualität der Mannheimer Luft dar, nämlich mit Platz 47 deutlich schlechter als im Durchschnitt.

Dies, so die Wirtschaftswoche, liege vor allem an der zu hohen Belastung mit Feinstaub und Stickoxiden. Hier bestehe "hohes Verbesserungspotenzial". Lediglich bei der Ozonbelastung liegt Mannheim mit "nur" 13 Grenzwertüberschreitungen im Jahr leicht unter dem Durchschnitt von 14 Überschreitungen.

Der Ausdruck Nachhaltigkeit stammt ursprünglich aus der Forstwirtschaft, wo er bedeutet, dass in einem definierten Zeitraum im Wald nicht mehr Holz geschlagen werden darf, als auf natürliche Weise nachwachsen kann. In den 1980er Jahren wurde der Ausdruck "nachhaltige Entwicklung" im Zusammenhang mit der Agenda-21-Diskussion für eine neue Wirtschafts-, Umwelt- und Entwicklungspolitik geprägt, welche die Bedürfnisse der heutigen Generation befriedigt, ohne die Chancen künftiger Generationen zu beeinträchtigen. lang

© Mannheimer Morgen, Dienstag, 19.06.2012

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Mannheim Rang sechs unter den nachhaltigen Großstädten

Mannheim gehört zu den sechs nachhaltigsten Städten Deutschlands. Dies ist das Ergebnis eines Städte-Rankings Kieler Wirtschafts- und Sozialforscher im Auftrag des Magazins "Wirtschaftswoche" (Düsseldorf). Die Wissenschaftler der Kieler Ludwig-Maximilians-Universität, des alteingesessenen Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW) und der IfW-Tochter Kiel Economics verglichen statistische Daten der 50 größten Städte Deutschlands nach 56 ökologischen, sozialen und ökonomischen Kriterien.

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